Zootopia – Unser Review

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Habt ihr auch brav den 03.03.2016 rot, fett und mit besonders viel Glitter und Regenbögen im Kalender angekreuzt? Wenn ja, dann wart ihr sicher bereits im Kino eures Vertrauens und habt euch die besten und womöglich sogar die flauschigsten Sitzplätze im Zug zur wildesten Stadt des Planeten ergattert. Walt Disney schickt uns auf eine Reise direkt ins Herz Zootopias.

In unserem Review erfahrt ihr, ob sich Schafe beim Einschlafen selbst zählen, und wo Clawhauser seine liebsten Apps runterlädt.

Bevor es ans Eingemachte geht, erstmal einige Hard Facts:

Laut neuesten Zahlen (und Box Office Mojo) legt Zootopia einen starken Filmstart hin und hat in den ersten 3 Tagen nach US Release (04.03.2016) volle 73 Millionen USD in die Kassen von Disney gespült. Somit legt Zootopia den stärksten 3-Tages-Start in der Geschichte der Walt Disney Animation Studios hin. Auch die weltweiten Gesamteinnahmen können sich sehen lassen. Diese belaufen sich bisher auf knappe 300 Millionen USD.

Auch im Vergleich zu anderen Animationsfilmen macht Zootopia eine mehr als gute Figur. Laut einer Listung von Box Office Mojo hat es der Film bereits unter die Top 8 der  Animationsfilme mit den besten Starts aller Zeiten geschafft. Hierbei werden allerdings ausschließlich Einnahmen in amerikanischen Landen berücksichtigt.

Zootopia konnte sich auch auf Rotten Tomatoes für einige Tage über ein perfektes 100% Rating freuen. Mittlerweile steht das Rating auf 99% bei fast 150 Reviews. Ein etwas realistischeres Rating kann auf der IMDB gefunden werden. Dort wurde der Film von etwas über 19’000 Personen gerated und kommt bisher auf 8.4 und bleibt stabil.

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Ab hier gilt Spoiler Warnstufe OVER 9000! Wenn ihr den Film noch nicht gesehen habt, weinen, lachen oder euch von der einen oder anderen Szene erschrecken lassen wollt, würde ich an eurer Stelle nicht weiterlesen.

Ihr habt ihn gesehen, richtig? Nicht flunkern! Ab jetzt gibt’s kein zurück. Wir haben euch gewarnt.

Bereits im Vorfeld wurde an allen Ecken und Enden der Furry Community diskutiert, welchen Handlungssträngen der Film wohl folgen wird. Würden wir es mit einem klassischen Disney Film zu tun bekommen, oder würde Disney innehalten und einen Film abliefern, der sämtliche Normen sprengt?

Wir wissen alle, dass Letzteres wohl nicht so bald passieren wird.

Auch die Frage, ob Disney den Film speziell auf Furries zuschneiden, einige Furry-typische Szenen oder Lingo einbauen wird, wurde immer wieder in den Raum geworfen.

Nun, was ist es geworden?

Dem Film liegt ein eher klassischer Plot samt ebenso klassischem Filmbösewicht, der seine eigene Machtstellung ausbauen möchte, zu Grunde. Wobei hier nicht auf die Gesamtqualität des Plots bzw. des Films geschlossen werden sollte. Diese fällt nämlich außerordentlich aus und überrascht mit durchaus unerwarteten Wendungen und teilweise eher düsteren Settings.

Auch die Frage, ob Disney hier besonders Furrys anspricht, ist eher mit einem „Nein“ zu beantworten. Aber hey, der Film zeigt einen sprechenden Fuchs auf zwei  Beinen, was könnten wir uns mehr wünschen?

Zootopia Charaktere (c) Disney / Fanart (c) jeweilige Artists

Bereits in den ersten Minuten bricht der Film das Eis und entlockt dem einen oder anderen im Kinosaal ein lautes „Awww!“, während eine süße Truppe von Tierkindern, darunter auch Judy Hopps als kleines flauschiges Hasenmädchen, die Grundpfeiler der Welt von Zootopia in einer epischen, von audiovisuellen Effekten strotzenden Aufführung, näher bringt.
….Habe ich Ketchup erwähnt? Das gibt es nämlich auch!

Hier sind wir auch schon bei der Grundbotschaft des Films angelangt. Jeder kann alles sein! Sei es nun ein kleiner Hase, der Polizist werden oder ein Biber, der sich in Justin umbenennen lassen möchte*.

Nach der einleitenden Szene werden uns zwei Dinge klar: Wir werden in diesem Film noch viele Male den Mund zu einem „O“ formen und wir würden am liebsten Judy Hopps an ihrer putzigen kleinen Pfote nehmen und sie möglichst unbeschadet durch den Film führen.

Bald stellt sich heraus, diese helfende Pranke hätte Judy auf jeden Fall gebraucht. Nach einer bereits mehr als harten Ausbildung an der Polizeiakademie wird Judy in die Millionenmetropole „Zootopia“ versetzt, um gleich an ihrem ersten Tag Nick Wilde, einem genauso cleveren wie zynischen Fuchs zu begegnen.

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Hier punktet Zootopia gleich auf ganzer Linie. Die Charaktere. Diese sind ohne Ausnahme liebenswert dargestellt und absolut treffend gesprochen (in der deutschen Version ebenso wie in der englischen). In der deutschen Version wird ein bestimmtes räuberisches Wiesel sogar von Armin Assinger gesprochen, welches während der Gesamtdauer seines Auftrittes für unentwegte Lacher im österreichischen Publikum sorgt.

Einige von euch haben sicher auch die Referenzen zu Filmen wie „Der Pate“ oder Serien wie „Breaking Bad“ erkannt. Letztere ist etwas subtiler und wird wohl eher von Fans der Serie wirklich wahrgenommen. Christian Brückner (deutsche Synchro von Robert DeNiro), übertrifft sogar die englische Synchro für Mr. Big, der sich als Mafia Boss in Zootopia einen Namen gemacht hat.

Auch die Animation der einzelnen Charaktere könnte detailverliebter kaum sein. Selbst wenn der Fokus gerade auf Judy liegt, und Nick nur daneben steht, lassen sich feinste Gesichtsausdrücke auf seinem Gesicht beobachten. Auch die Stadt an sich ist wunderschön ausgearbeitet, und von der kleinen Maus bis zum Elephanten ist so ziemlich alles vertreten, solange es ein Säugetier ist.

Besonders ungewöhnlich ist auch das Verhalten einzelner Charaktere, z.B. erzählt Nick in einer Szene relativ ungezwungen von seinen Kindheitserinnerungen, warum er so ist wie er ist, was das Leben aus ihm gemacht hat. Dies geschieht noch dazu relativ früh und ist insofern untypisch, da solche „Offenbarungen“ meist eher ans Ende eines klassischen Filmplots geschoben und nur unter größten Mühen aus den Charakteren herausgepresst werden. Auch macht Nick eine relativ frühe, fließende und sehr natürliche Wandlung durch, ohne dass es durch den Plot in besonderer Weise erzwungen wird.

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Auch die von vielen hochgelobte, für Disney eher untypische, Aussage gegen Ende des Films, dass es eben doch nicht so einfach ist, alles zu werden, kommt hier zu tragen. Das Leben ist eben kein Slogan auf einem Auto-Aufkleber.

Mit einer zu jeder Zeit aktuellen Anti-Rassissmus Thematik trifft Disney hier natürlich auch direkt ins Schwarze, jedoch ohne dies dem Zuschauer zu stark aufs Auge zu drücken.

In einer anderen Szene lässt Disney in Anlehnung an die amerikanische „Lehman Brothers“ Bank Lemminge brav in Reih und Glied aus der „Lemming Brothers“ Bank marschieren und kollektiv einer süßen Versuchung erliegen. Auch hier fällt Disney’s Hang zur Sozialkritik auf.

Der Film verfügt insgesamt über einen sehr charmanten Humor, der sich glücklicherweise nicht ausschließlich auf stumpfe Wortwitze stützt.

Zootopia stellt somit einen absolut gelungen Start ins „Furry-Kinojahr“ dar. Weitere Highlights folgen in Bälde: Kung Fu Panda 3 (17.03.2016) Ratchet & Clank (28.4.2016), Sheep and Wolves (Estland 29.04.2016), Angry Birds (12.05.2016), The Secret Life of Pets (Juni / Juli 2016), Rock Dog (USA / China 2016), Sing (Europa 2017).

Lustige Trivia am Rande: Während der Film fast überall ein sehr moderates Altersrating verliehen bekam, gibt die amerikanische Website „Catholic News Service“ dem Film ein „For adults and adolescents“ Rating. Dazu führten wohl der Nudisten Club und die sexy halbnackten Tiger Dancer.

Wenn ihr übrigens wie Clawhauser mit Gazelle abshaken wollt, haben wir einen super Link für euch: https://www.dancingwithgazelle.com.

Und solltet ihr euch noch nicht das Cover von „Try Everything“ von Fox Amoore und Pepper Coyote gehört haben, könnt ihr es hier in voller Länge anhören:

Das mit den Schafen am Anfang des Artikels war natürlich gelogen, um euch bei der Stange zu halten. Wie naiv seid ihr bitte? ;3

(*Wir entschuldigen uns für alle schlechten Wortwitze. Die Redaktion ist unterbesetzt, unbezahlt und…Affen. Wir sind alle Affen.)

(mly)

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