Ernest & Célestine – Fell und Herz

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„Süsser und ansprechender Animationsstil“ dachte ich mir und entschied mich nach kurzem Kopfkratzen für die mehrheitlich weiße DVD im Wühlkorb einer Handelskette, der das unsichtbare Label „nicht für Mainstream Zuseher geeignet und wird daher zu lächerlichen Preisen verschleudert“ zu tragen schien.

Noch hatte ich nur eine leise Vermutung mit welcher Qualität ich zu rechnen haben würde.

Im Zentrum dieses kleinen animierten Meisterwerks stehen Ernest, der notorisch hungrige Bär, Célestine, die ebenso kleine wie blitzgescheite Maus und eine Welt voller unüberwindbarer Missverständnisse und Vorurteile.

Der Film gibt gleich zu Anfang Einblick in das Leben der Mäuse, welches sich hauptsächlich im Untergrund abspielt, und in das Leben von Célestine, welche sich, trotz gegenteiligem Rat anderer, nicht von dem Gedanken abbringen lässt, einen Bären zu finden und diesen wenn möglich auch noch näher kennenzulernen. Außerdem ist sie, wie viele ihrer nagezahntragenden Freunde, mit der Aufgabe betraut, die ausgefallenen Zähne der Bären an der Oberfläche einzusammeln.

Auch der Auftritt von Ernest lässt nicht lange auf sich warten. Vollkommen ausgehungert, von Essen fantasierend, erwacht er aus seinem Winterschlaf und begibt sich in die nächste Stadt, um Geld für was Essbares aufzutreiben. Seinem mangelnden musikalischen Talent geschuldet, erweist sich dies jedoch als unmöglich. Aber hey, wo ein Bär ist, ist auch ein Weg…und auf diesem Weg stehen viele Mülltonnen die es zu plündern gilt!

So kommt es, wie es kommen muss, und wie es der Regisseur dieses Kleinods der Zeichentrickgeschichte vorgesehen hat. Die Wege der beiden kreuzen sich. Und wie sie sich kreuzen!

Der Film basiert auf der gleichnamigen Kinderbuchreihe mit 26 Bänden „Ernest et Célestine“ von Monique Martin, welche viele ihrer Werke unter dem Künstlerpseudonym Gabrielle Vincent publizierte. Für den deutschsprachigen Raum wurde der Titel in „Mimi und Brumm“ umgewandelt. Wahrscheinlich war ihnen der Titel einfach zu französisch. Bären und Mäuse haben einfach nicht französisch zu sein. Punkt!

Dem Animationsteam hinter „Ernest & Célestine“ gelingt es mühelos, klassische westliche Animation mit anime-esquen Elementen zu vermischen und so einen Mix zu zaubern, der sich mit dem gleichzeitigen Verzehr von cremiger Schokolade und einer besonders süssen Kirsche vergleichen lässt. Zumindest würde sich wohl Ernest dieses Vergleiches ohne langen Nachdenkens bemühen.

Auch die dem Film zugrunde liegende Thematik wirkt auf den ersten Blick sehr klassisch und ist es auch, nur hauchen die agierenden Charaktere der Handlung so viel Witz und Leben ein, dass einem dies schon nach den ersten fünf Minuten herzlich egal ist.

Alles in allem ein Film fürs Herz und die (noch) kalte Jahreszeit. Holt euch also einen Kaffee, einen Tee oder was ihr sonst so für einen „feel good“ Abend braucht und verbringt ihn mit „Ernest & Célestine“!

(mly)

 

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